Chronik des Bienenvereins Kohlscheid von 1900-1982

Am 14. Oktober 1900 wurde auf Anregung des Hauptlehrers Hündgen aus Klinkheide ein Bienenzuchtverein gegründet.

 

Zwölf Imkerfreunde fanden sich in der Gaststätte „Germania“ in Klinkheide zusammen und gründeten unter dem Vorsitz von Hauptlehrer Hündgens den Verein.

 

Dem Verein gehörten weiter an: aus Kohlscheid die Imker Rüland, Schiffer, Schmitz und Trachterna, aus Klinkheide die Imker Franzen, Hoenen und Wirtz, aus Straß Imker Meyer und aus Nierstraß bei Geilenkirchen Herr Willms.

 

Im Gründungsprotokoll lesen wir: ... „die Bienenzucht in Kohlscheid sei beinah eingegangen und die beständigen Misserfolge hätten auch die letzten Getreuen mutlos gemacht. Man sage, Kohlscheid eigne sich nicht zur Bienenzucht, die Gegend sei blütenarm. Der Kohlenstaub und die Wurmtalnebel gäben den Bienen vollends den Todesstoß.

 

Lehrer Hündgen wollte diese Gründe nicht gelten lassen und rief dazu auf, die Betriebsweise zu verbessern, denn an der Blütenarmut könne es nicht liegen. Er rief dazu auf, einen Bienenzuchtverein zu gründen, denn mit einigen Änderungen würde sich auch die Imkerei wieder lohnen.“ – so weit das Protokoll.

 

So begann der Verein seine Arbeit und imkerte – wie den noch vollzählig vorhandenen Protokollbüchern zu entnehmen ist – für damalige Verhältnisse erfolgreich, was auch auf die intensive Wanderimkerei, vor allem ins Venn zurückzuführen war.

 

In den Kriegsjahren (1939 bis 1945) fanden wenig Versammlungen statt, eine im August 1940, die nächste erst am 26. März 1944.Im Januar 1944 (!?) verloren die Imker 108 Völker bei der Heidewanderung ins Venn. Trotzdem winterten die 23 Imker des Vereins im März 120 Völker aus – eine beachtliche Zahl!

 

Am 4. November 1950 feierte der Verein in der Gaststätte Moers in Klinkheide sein 50-jähriges Bestehen, eben in derselben Gaststätte, in der auch die Gründungsversammlung stattgefunden hatte.

 

Im Jahr des 50-jährigen Bestehens hatte der Verein 22 Mitglieder.Im Jahre 1952 gab es ein großes Bienensterben. Laut Pressemitteilung starben die Bienen wie die Fliegen, bedingt durch drei Sommer, die von Kälte und Regen geprägt waren. Die Imker standen vor dem Ruin. Der Staat griff zu Notmaßnahmen und unterstützte die Imker durch Zuckerzuwendungen.

 

In den Folgejahren nahmen die Erträge wieder zu. Es gab jedoch immer weniger Imker, so dass der Verein 1982 nur noch fünf Mitglieder hatte. Von diesen wollte keiner den Vorsitz übernehmen. So fiel die Entscheidung, sich in 1983 dem 1945 wieder gegründeten Bienenzuchtverein Merkstein anzuschließen.

 

Die Merksteiner Imker nahmen die Kohlscheider Kollegen gerne auf. So verschmolz der Kohlscheider Verein mit dem Merksteiner. Es bleibt zu hoffen, dass es den Imkern des Merksteiner Vereins gelingt, neue, vor allem junge Leute für das Imkereiwesen zu begeistern, damit es weiter Bienen gibt, die es ermöglichen, dass unsere Obstgärten auch in Zukunft Früchte bringen und uns mit der Qualität des deutschen Honigs ein wertvolles Nahrungsmittel erhalten bleibt.

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