April/ Mai

Alles in einem Zuge - Schwärme verhindern, Ableger bilden, Königinnen heranziehen, Varroa begrenzen

Das macht der Imker Ende April, Anfang Mai!

 

Selten zu früh, meistens zu spät! – könnten wir dem Sinn nach mit Gerhard Liebig sagen, wenn wir daran denken, Schwärme zu verhindern.

 

Was ist zu tun? Je nach Entwicklung beginnt man mit der Schwarmvorwegnahme zwischen dem 20. April und 15. Mai.Geert Staemmler, Berufsimker aus Schleswig-Holstein, entnimmt um den 8. Mai zwei Brutwaben und um den 15. Mai die nächsten beiden. Das stellt schon eine erhebliche Schröpfung dar und setzt sehr starke Völker voraus. Der Honigertrag leidet laut Staemmler dadurch nicht.

 

Im Rheinland kann der Eingriff sicher früher erfolgen als im kühlen Schleswig-Holstein.Guido Eich, Laves, Celle, empfiehlt, auf die Spielnäpfchen zu achten. Sind sie am Boden noch stumpf, ist es noch zu früh. Glänzt der Boden aber, ist der Zeitpunkt des Schröpfens da. Dabei beachtet man die Volksstärke.

Ablegerbildung

Wir benötigen für die Ablegerbildung einen Gitterboden, eine Fluglochverengung (Schlupf 7 x 7 mm, nur für 1! Biene), eine Zarge, eine Abdeckfolie und einen Deckel in dem am Stand benutzten Maß. Zur Verengung ist ein Streifen Schaumstoff durchaus hilfreich, wenn man keine maßgeschneiderte Leiste zur Hand hat. Besondere Ablegerbehältnisse und Schieds sind nicht vonnöten (Aumeier/Liebig).

Variante 1 der Ablegerbildung

Nach Aumeier/Liebig genügt eine voll belegte Brutwabe mit anhängenden Bienen, um daraus einen Ableger zu bilden, der bis zum Herbst zu einem überwinterungsfähigen Volk heranreift.

 

Frau Dr. Aumeier beschreibt diese Methode im Mai-Heft 2011 des Deutschen Bienenjournals auf Seite 27 (hier zusammengefasst) wie folgt:

 

Man entnimmt einem Volk eine beiderseits zu Zweidritteln verdeckelte Brutwabe mit den ansitzenden Bienen. Es soll aber auf der Wabe noch eine handtellergroße Fläche mit Eiern und jüngster Brut vorhanden sein, aus der sich die Bienen eine neue Königin ziehen können. Dabei ist zu beachten, dass die Wabe mindestens zur Hälfte mit Bienen besetzt ist. Die Brutwabe kommt an eine Zargenwand (Kaltbau). Daneben folgt eine Mittelwand und als nächste eine Futterwabe. Alternativ kann auch unmittelbar hinter der Mittelwand maximal ein Liter Flüssigfutter gegeben werden. Das Flugloch wird bis auf eine Spalte verengt, die lediglich einer Biene Durchschlupf lässt, und zwar an der Seite, wo die Brutwabe hängt.

 

Nach 28 Tagen sollte die junge Königin in Eilage sein. Im weiteren Verlauf werden schrittweise Mittelwände eingehängt - dabei auf genügend, aber nicht zu viel Futter achten! Es muss Platz für Brut bleiben. Am besten bringt man den Ableger gleich zu Anfang auf einen anderen Stand, damit die Flugbienen beim Völkchen bleiben. Varroabehandlung siehe unten.Schlägt die Begattung fehl, hängt man das weisellose Völkchen in die Zarge zu einem weiselrichtigen Volk.

 

Kaltbau: Rähmchen stehen mit der Stirnseite zum Ausflug (Schema weiter unten).

 

Warmbau: Rähmchen stehen mit der Breitseite zum Ausflug (Schema w. u.).

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Skimmia japonica: ein Exot in unseren Gärten und Anlagen, der gerne von den Bienen besucht wird

Variante 2 der Ablegerbildung

Ich gehe meist ein wenig anders vor, etwas aufwändiger, mit einem etwas schneller erstarkenden Ableger als Ziel. Die Schröpfung ist dann nachhaltiger. Volksstärke und Zeitpunkt müssen natürlich in Hinblick auf die Tracht bedacht werden.

 

Die Königin darf auch hier nicht mit in den Ableger geraten.

 

Man entnimmt einem starken Volk eine voll verdeckelte Brutwabe mit den anhängenden Bienen. Dazu gibt man eine Wabe mit Brut in allen Stadien, ebenfalls mit anhängenden Bienen. Es müssen in jedem Fall Stifte und – ganz wichtig – jüngste Brut vorhanden sein. Die Bienen bilden sofort mehrere Nachschaffungszellen.

 

Sie wollen rasch eine neue Königin haben und ziehen in der Regel aus mehrtägigen Maden nach, die ja zunächst als Arbeiterinnen vorgesehen waren und auch etwas anders als originäre Königinnen gefüttert werden. Daher werden solche Königinnen auch zu gegebener Zeit durch Weiseln aus der Zucht ersetzt. Das ist aber nicht zwingend. Man beobachte die Veranlagung der Nachschaffungsweisel.

 

Ich hänge – nicht zwingend notwendig – aber sicherer, eine Pollenwabe aus dem Volk zu den beiden Brutwaben. Zur Not befinden sich über der Brut ja auch meist ein Pollen- und ein Futterkranz. Hinzu kommen noch eine Mittelwand und eine volle Futterwabe. Hier kann man sehr gut die in der Salweidenblüte entnommenen Winterfutterwaben einhängen. Ich gebe grundsätzlich am Anfang noch Flüssigfutter dazu (ca. 1 l, 1 : 1, 500 g Kristallzucker, 500 ml Wasser). Die Betonung liegt auf Flüssigkeit! Fehlt die Futterwabe, füttere ich gehaltvoller mit Sirup (schon invertiert) ein. Es kann in dem Fall auch Zucker-Wasser-Gemisch im Verhältnis 3 : 2 gegeben werden.

 

Ich verabreiche die Flüssigkeit in einer Futtertasche.

Es geht aber auch billiger! Wasser- und bienenfeste Behältnisse wie Yoghurt- oder Quarkbecher, Gefrierdosen und dergleichen sind auch zielführend. Steighilfen zugeben, damit die Bienen nicht ertrinken (Heu, Stroh, Korken usw.). Man stellt die Gefäße einfach neben die Waben auf den Gitterboden. Ob das immer sinnvoll ist, sei dahingestellt.

 

Nach 2 bis 3 Tagen schaut man nach, ob Zellen angezogen sind. Man lässt zwei Zellen mit den kleinsten, im Vergleich jüngsten Maden stehen und bricht die restlichen aus.

 

Hier im Überblick Unterschiede und Übereinstimmungen der Varianten 1 und 2

 

Variante 1 Kaltbau

Variante 2 Kaltbau

Variante 1 Warmbau

Variante 2 Warm-bau

Flugloch hart randständig Nähe Brutwabe

 

Flugloch randständig, um 4,5 cm nach innen verlegt

Flugloch mittig

 

 

Flugloch mittig

 

 

Brutwabe

Pollenwabe

Brutwabe

Pollenwabe

Mittelwand

Brutwabe

Mittelwand

Brutwabe

Futterwabe, alternativ, Flüssigfutter

Brutwabe

Futterwabe,alternativ, Flüssigfutter

Brutwabe

 

Mittelwand

 

Mittelwand

 

Futterwabe u. Flüssigfutter 1:1, oder nur Flüssigfut. 2:3 bzw. Sirup (invert.)

 

Futterwabe u. Flüssigfutter 1:1, oder nur Flüssigfut. 2:3 bzw. Sirup (invert.)

Mittelwände

 

 

 

schrittweise nach-

ebenso

ebenso

ebenso

hängen bis Zarge

verfahren

verfahren

verfahren

gefüllt ist

 

 

 

Futterbehältnis

ist immer

an letzter

Stelle.

 

Begründung: Bei Variante 1 empfiehlt sich die Vereinigung von zwei Ablegern zu einem winterfesten Volk. Diese Arbeit möchte ich sparen und gleich ein Volk heranziehen, das ausreichende Winterstärke aufweist.

 

Entnahme von Pollenwaben dämpft den Schwarmtrieb. Bleibt der Ableger am Stand, verliert er die Flugbienen. Da kommt die Pollenwabe sehr zupass, weil bei Variante 2 mehr offene Brut umgehängt wird, die ja auch Bienenbrot braucht. Da zu diesem Zeitpunkt genügend frischer Nektar und Honig im Volk ist, entnehme ich gerne eine Speckwabe (Sicherheitsreserve vom Nachwinter, also Winterfutter) und erhalte so Raum. Im Ableger kann andererseits ja keine Verfälschung des Honigs passieren. Ich erhalte so im Brutraum des Stammvolkes vier freie Plätze, die mit Mittelwänden aufgefüllt werden und den Schwarmtrieb stark dämpfen. Trotzdem füttere ich in Ablegern in jedem Fall flüssig, bei vorhandener Futterwabe recht dünn, 1 : 1, damit die Jungbienen sich nicht zu früh als Flugbienen verschleißen.

Fluglochverengung gegen das Ausrauben des Ablegers

Bienen sind findig. Gelingt es ihnen, in einen Ableger einzudringen, wird er ausgeraubt.

 

Um das zu verhindern, muss das Flugloch eng und immer mit Wächterinnen besetzt sein. Die stärkste Massierung von Bienen finden wir auf den Brutwaben. Ergo sollte das Flugloch so nah als möglich bei der/den Brutwabe/n sein.

Aufstellung des Ablegers

Für die Aufstellung empfiehlt sich die Verlagerung auf einem entfernten Standort (Minimum: 3 km). So behalten die Ableger ihre Flugbienen und die Gefahr, ausgeraubt zu werden, ist umso kleiner, je weniger starke Völker in der Nähe sind. Bleiben sie am Stand, müssen ihnen mehr Bienen zugekehrt werden. Ich verstelle Ableger am Stand innerhalb von Stunden ein-, zweimal, damit die abfliegenden Flugbienen, wenn sie denn in räuberischer Absicht zurückkehren, den Ableger nicht mehr finden. Am folgenden Morgen erhält er seinen endgültigen Platz.

 

Nach einem knappen bis guten Monat ist mit einer stiftenden Jungkönigin zu rechnen. Man veranschlage vorsichtshalber 2 x 16 Tage.

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Die Königin im Kranz ihrer Ammenbienen

Ca. 6 1/2 Wochen nach Umlarvung schlüpfen die ersten Arbeiterinnen der jungen Königin. 40 Tage braucht eine Arbeiterin vom Ei bis zur Sammelbiene. Es dauert, bis ein Ableger wirklich zu wachsen beginnt.

 

Es empfiehlt sich, das sanfte Schröpfen nach einiger Zeit (7 bis 14 Tage später) zu wiederholen, um den Schwarmtrieb zu unterbinden und weitere Ableger zu gewinnen. Diese schwachen Ableger wachsen im Sommer zu guten Einheiten heran, ohne viel Arbeit zu machen. Das gilt auch für die etwas stärkeren Ableger der Variante 2.

 

Im Herbst lassen sich je zwei Ableger zu überwinterungsfähigen Völkern vereinigen (Variante 1). Die überzählige Jungkönigin kann eine Altkönigin ersetzen (Variante 1). Aumeier lässt ihre Königinnen nie älter als anderthalb Jahre werden.

Variante 3 der Ablegerbildung

Will man umlarven, also gezielt Erbmaterial vermehren, geht man besser etwas anders vor. Man braucht Bienenmasse, vor allem Ammenbienen. Das sind die, die den meisten Futtersaft abgeben können.

 

Man entnimmt mehreren Völkern überwiegend verdeckelte Brut mit anhängenden Bienen und gibt sie zusammen in eine Zarge. Man bildet eine sogenannte Brutscheuer, auch Sammelbrutableger genannt. Erstaunlicherweise kommt es nicht zu Beißerei. Hinzu kommen in jedem Fall zwei Futterwaben oder eine Futtertasche mit Sirup. Sonst wird verfahren wie oben.

 

Nach neun Tagen bricht man auf allen Brutwaben die Nachschaffungszellen weg. Alle Brut ist jetzt verdeckelt. Die Bienen haben jetzt keine Möglichkeit mehr, aus dem vorhandenen Bestand Nachschaffungzellen zu bilden. Man muss alle Weiselzellen finden, sonst geht das Verfahren schief.

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Imker des Bienenzuchtvereins Merkstein beim Umlarven

Man hängt nun nach ca. 2 Stunden den Zuchtrahmen ein – darin künstliche Weiselnäpfchen mit umgelagerten jüngsten (eintägigen) Maden (4. Entwicklungstag). Jetzt werden die Ammenbienen gebraucht.

 

Der Zellschnitt ist ein anderes Verfahren, um Eier und eintägige Maden für den Zuchtrahmen zu gewinnen. In einem Wabenbereich mit entsprechenden Entwicklungsstadien schneidet man einen Steifen mit Zellen heraus. Der Schnitt wird mit einem scharfen, angewärmten Messer durch die Zellreihe darüber und darunter geführt. Hat man den Streifen gewonnen, schneidet man die Zellen der Rückseite weg und vereinzelt jetzt, indem man querschneidet. Dabei vernichtet man natürlich jede zweite Zelle. Die Einzelzellen werden mit einem Tropfen warmen Wachses auf Holzstopfen geklebt und in den Zuchtrahmen gesteckt.

 

Das Verfahren bietet sich da an, wo Auge und Hand nicht sicher genug zum Umbetten der Larven mittels Umlarvlöffel sind. Beim Zellschnitt tötet man vier Larven um eine zu gewinnen. Das ist nicht angenehm.

 

Nach fünf Tagen sind die angezogenen Zellen verdeckelt. Man käfigt die Zellen zehn Tage nach dem Umlarven, das ist der 14. Entwicklungstag. Frei beweglich schlüpfende Jungköniginnen würden sich gegenseitig töten, zumindest stark gefährden. Vor dem 14. Entwicklungstag sind die Puppen empfindlich. Sind sie am 151/2. bzw. 16. Tag geschlüpft, überprüft man ihren anatomischen Status und kann sie jetzt in Begattungskästchen oder Ableger umsiedeln.

 

Der Sammelableger lässt sich z. B. auflösen. Ein oder zwei Waben mit anhängenden Bienen kommen mit einer Jungfer in eine extra Zarge und werden zur Begattung aufgestellt. Das geschieht am besten auf einem entfernten Stand. Dann bleiben auch die Flugbienen beim Völkchen. Die Versorgung erfolgt auch jetzt wieder wie eingangs beschrieben.

 

Schlägt die Begattung fehl, hängt man das weisellose Völkchen in die obere Zarge zu einem weiselrichtigen Volk.

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Abb. : Zuchtrahmen

Varroabegrenzung

Mit der Schröpfung des Volks/der Völker entziehen wir auch Varroen. Nachdem im Ableger alle Bienen geschlüpft sind, und bevor die Brut der Jungkönigin verdeckelt ist, behandeln wir den Ableger mit 15%iger Milchsäure, und zwar zweimal im Abstand von einigen Tagen.

 

Dazu ziehen wir jede Wabe und besprühen beide Seiten sorgfältig mit feinem Sprühnebel. Bienen nicht nässen!

Ist die Wirkung nicht ausreichend, kann wiederholt werden.

 

Man kann auch 1 x Oxalsäure träufeln (nur 1 x !). Siehe für´s Verfahren dazu „Imkerliche Praxis“, dort: Nov./Dez. Im Winter gibt man 5 bis 6 ml pro Wabengasse. Aumeier/Liebig empfehlen für Frühling u. Sommer eine höhere Dosis. 10 ml pro Gasse würde ich allerdings nicht überschreiten.

 

Wenn man mit Gitterboden arbeitet, was zu empfehlen ist, kann man die Wirkung beobachten.

Nicht vergessen: Windel einschieben!

 

In den Stammvölkern das wiederholte Ausschneiden des Drohnenrahmens nicht vergessen!

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Abb. : Weiselzelle

Das Volk will schwärmen! Was nun?

Nicht immer gelingt es, mit schwarmverhindernden Eingriffen den Schwarmtrieb zu unterbinden.

 

Der Schwarm ist immer Ausdruck von Fülle und Kraft. Viel Pollen, viel Nektar nehmen der Königin den Platz zum Stiften.Nur der Hungerschwarm bildet da die Ausnahme, ein absolut seltenes Geschehen.

Auslösende Faktoren für das Schwärmen der Bienen

Die auslösenden Faktoren für den Schwarm sind in aller Regel Enge und hohe Volksstärke.

 

Kontinuierliches Raumgeben als Begleitung der Aufwärtsentwicklung und moderates Schröpfen dämpfen, aber sicher sind wir nie!

 

Ist die Schwarmneigung noch im Anfangsstadium, erste Weiselnäpfchen bestiftet oder jüngste Maden schon im Futtersaft, kann das Demaree-Verfahren angewandt werden. Hier spricht man auch von Brutabsonderung bzw. Brutdistanzierung.

 

Das Verfahren ist ein wenig aufwändig. Deshalb ist immer zu überlegen, ob man nicht sogleich die ganz sichere, weiter unten beschriebene Vorgehensweise der Bildung eines Königinnenablegers wählt. 10 Tage vor einer Massentracht könnte das der Königsweg sein.

Beschreibung des Brutdistanzierungsverfahrens

Im Prinzip bilden wir einen Flugling im Volk, aber mit Kontakt aller mit allen.

 

Um die Königin nicht suchen zu müssen, wird der Honigbereich zur Aufnahme des Fluglings genutzt.

 

Die Zargen werden vom Boden entfernt. Auf den Boden kommt ein Königinnenabsperrgitter, damit die Drohnen nicht durch das untere Flugloch in die Honigräume können, weil jetzt diese Zargen nach unten wandert.

 

Auf Boden und Gitter kommt die weniger gefüllte Honigzarge. In die Mitte hängen wir zwei Leerwaben und platzieren dazwischen eine Wabe mit jüngster Brut.

 

Nun kommt der zweite Honigraum auf den ersten.

 

Es folgt ein weiteres Königinnenabsperrgitter und darauf ein Rahmen mit Flugloch, damit die Drohnen zum Volk und zur Königin können.

 

In den Brutzargen werden alle Weiselzellen ausgebrochen und die Zargen dann auf die Honigräume gesetzt, zuerst die untere und dann die obere. Das Brutnest behält weitgehendst seine Ordnung.

 

Nach sieben bis neun Tagen müssen noch einmal Zellen gebrochen werden, unten und möglicherweise auch oben. Das Nachhängen einer Brutwabe mit jüngerer Brut in den Flugling nach unten nicht vergessen!

 

Nach gleichem Zeitraum erneut Zellen ausbrechen und alte Nestordnung wieder herstellen.

 

Die Berufsimker Werner und Helga Schundau aus Nottfeld in Schleswig-Holstein nehmen im Unterschied zum hier beschriebenen Verfahren die Königin mit in die obere Zarge, sonst ist das Vorgehen gleich.

 

Bitte kein bienendichtes Gitter oder einen Zwischenboden auflegen, sonst erhält man zwei mehr oder weniger hermetisch geschiedene Einheiten. Das geht, dann sollte man aber auch konseqent sein. Siehe unten! Hier ist es nicht Thema.

 

Eventuell lässt sich auch mit ein bis zwei Waben parallel ein Ableger bilden (siehe oben). Man entnimmt dann die Waben, auf denen gut entwickelte Schwarmzellen sitzen. Ein bis zwei Zellen reichen. Aus Schwarmzellen gezogene Königinnen sind meist sehr gut entwickelt (Königinnen der ersten Stunde).

 

Bruno Binder-Köllhofer beschreibt diese Methode in ADIZ/db/IF, 04, 2011, S. 10. Dort ist auch eine sehr übersichtliche Grafik beigefügt.

Brutdistanzierung nach Binder-Köllhofer, Bienenzuchtverein Merkstein, Bienen Merkstein, Bienen Aachen, Bienenverein Merkstein, Bienenverein Aachen, Biene, Bienen, Merkstein
Abb. : Kaußen, stark vereinfacht nach Binder-Köllhofer

Weiselrichtiger Ableger, weiselloses Stammvolk

Ist die Schwarmstimmung schon fortgeschritten, sind schon Schwarmzellen kurz vor der Verdeckelung oder sind Zellen schon verdeckelt, wird man mit Brutdistanzierung das Volk nicht mehr vom Schwärmen abhalten können. Hier müssen wir den Schwarm vorwegnehmen und das Volk teilen. Wir möchten das Volk trotzdem wirtschaftlich nutzen, seine Trödelei beenden.

 

Völker in Schwarmstimmung sammeln schlecht.

 

Deshalb separieren wir die Königin in einem Ableger mit wenig Bienenmasse.

 

Sie erhält eine Wabe mit hauptsächlich verdeckelter Brut und den ansitzenden Bienen. Dazu kehren wir Bienen von einer Wabe mit offener Brut – nur die Bienen, nicht die Wabe! Der Ableger bleibt am Stand. Er verliert die Flugbienen. Sie fliegen zum Volk zurück. Wir wollen es ja so wenig als möglich schwächen.

 

Wabenordnung/Kaltbau:

Pollenwabe, Wabe mit Brut und Königin, Leerwabe, Mittelwand (Unterschied zu Varianten 1 u. 2), Futterwabe und Futtertasche mit Flüssigfutter (1 : 1).

 

Warum? Die Königin verliert die Flugbienen. Deshalb füttern wir flüssig. Die Königin stiftet sofort weiter. Deshalb braucht sie die Ammenbienen. Aus der verdeckelten Brut schlüpfen bald weitere Ammen. Verdeckelte Brut braucht wenig Pflege. Die zugekehrten Ammen können sich sofort um die neue Brut kümmern. Dazu brauchen sie Pollen, die zunächst nur aus den Vorräten kommen können (Pollenwabe). die Königin brauch offene Zellen zum Stiften, daher die Leerwaben. Das erleichtert ihr den Anfang im neuen „Haus“. Die Mittelwand, später Mittelwände, dienen der Befriedigung des Bautriebs, der Ablagerung des Futters und der Erweiterung des Brutnetzes.

 

Das Stammvolk wird ohne Königin nicht schwärmen. Man lässt ihm eine gut entwickelte Schwarmzelle und bricht alle anderen aus (Sorgfältig arbeiten! Am besten alle Waben abkehren oder abschlagen, um keine Zelle zu übersehen.).Nach zehn Tagen ist alle Brut verdeckelt. Die Bienen können sich jetzt ganz auf Sammeln und Verarbeiten konzentrieren. Das Volk hat ja auch alle Sammelbienen behalten. Dem Volk kann man zudem aus anderen Völkern im Abstand* verdeckelte Brutwaben (ohne anhängende Bienen) zugeben. So verhindert man das Abfallen der Leistungsfähigkeit in der Tracht und dämpft den Schwarmtrieb der übrigen Völker.

 

* Zu bedenken ist, dass aus einer Wabe verdeckelter Brut die Bienenmasse zur Füllung von drei bis dreieinhalb Wabengassen schlüpft. Man sollte also mit Augenmaß anreichern.

 

Das Absperrgitter bleibt über den Bruträumen, damit die Drohnen nicht in den/die Honigraum/räume gelangen.

 

Da die Made in der Weiselzelle bei Einleitung der Maßnahme schon einige Tage alt ist, wird wohl nach einem knappen Monat mit einer stiftenden Königin zu rechnen sein.

 

Ob im Laufe des Interregnums eingeengt weden muss, hängt vom Wetter und der Masse der eventuell zugehängten, verdeckelten Waben ab.

Erweiterung des Honigraums

Wichtig ist auch generell, dass man den Honigraum im Auge behält. Hier muss bei Tracht kontinuierlich erweitert werden, um Platz zu schaffen. Auch das hilft mit, die Schwarmlust zu dämpfen.

Alle Termine des Jahres 2020

Unsere Versammlungen finden im Vereinslokal Reischl, Willibrordstrasse 4, 52134 Herzogenrath - Merkstein statt.

Versammlung


19.00 Uhr


02.03.2020

 

04.05.2020

 

06.07.2020

 

07.09.2020

 

02.11.2020

Jahresausklang

05.12.2020

Jahreshauptversammlung


19:00 Uhr


03.02.2020