Mit Bienen anfangen – ein Lieblingsthema
Viel ist hierüber geschrieben worden und durchweg kann man alles als bedacht, sorgfältig überlegt, vielleicht als etwas zu aufwendig, aber letztendlich als richtig beschrieben, bezeichnen.
Empfehlen tun wir für den Anfang:
1. Selbst habe ich bei fünf Imkerinnen/Imkern die Erfahrung gemacht und auch die Bienenfreunde bei uns im Verein bevorzugen: Hat sich das Mitglied unserem Verein angeschlossen, erhält es und das ist selbstverständlich einen Ableger kostenlos.
2. Der neue Imker wird vorher besucht. Ihm wird bei der Festlegung der Beutenform aber auch bei der richtigen Standsuche geholfen, und im nächsten Frühjahr hat der Neu-Imker sein erstes Volk. Ich kenne in unserem Verein genügend Mitglieder, die als „I-Tupfer“ noch einen weiteren 3-Waben-Ableger oben daraufsetzen. Learning by doing!
… und jetzt – wenn möglich auch schon vorher – die viel beschriebenen guten Ratschläge nutzen, die in vielen Stellungnahmen niedergeschrieben wurden. Zwei oder drei Zurhilfenahmen eines Neu-Imkers bei einem erfahrenen Imker helfen und machen den Anfänger sicherer.
Wem man womöglich eine einjährige Vorbereitungszeit auf sein neues Hobby avisiert mit Pflichtlektüre und Schulungen und ärztlichen Untersuchungen sowie Studieren der gesetzlichen Vorgaben, der lässt dann die Flügel womöglich hängen: Der Neu-Imker will Bienen fliegen sehen.
Michael Mahr, Aachen
Es ist sinnvoll, vor dem Einstieg Kurse zu besuchen und zu lesen, aber Sie sollten sich auch bemühen, vor dem Kauf oder der Übernahme von Bienen einem erfahrenen Imker oder einer Imkerin über die Schulter zu schauen. Den persönlichen Kontakt finden Sie am ehesten über einen Imkerverein in Ihrer Nähe.
Fragen Sie nach, ob Sie unverbindlich an den Vereinstreffen teilnehmen dürfen und ob eine der Damen oder einer der Herren bereit ist, Sie ein wenig in die Geheimnisse der Imkerei einzuweihen. Ich verspreche, es sind Vereinskollegen/ innen bereit Dir zu helfen.
Spontan ein Bienenvolk zu kaufen, ist mit Sicherheit der schlechteste Weg!
Imkerei ist zwar kein Buch mit sieben Siegeln, aber Völkerführung und Honigernte bzw. Honigverarbeitung erfordern doch ein gerüttelt Maß an Kenntnissen, will man keine Enttäuschung erleben. Zudem hat man ja auch, so sehe ich das, Verantwortung den Tieren gegenüber.
Da aber die meisten Interessenten voll Ungeduld sind, ist der in der Folge aufgezeigte Kompromiss vertretbar:
Beginnen Sie Ende Mai/Anfang Juni mit einem 3-Waben-Ableger mit einer begatteten Königin, möglichst des laufenden Jahres. Der Arbeitsaufwand ist sehr überschaubar. Sie können entspannt beobachten. Das ist, werden Sie sehen, eine wahre Freude. Das Völkchen reift bis zum Herbst zu einer überwinterungsfähigen Einheit heran.
Einen Schwarm brauchen Sie eher nicht zu fürchten. Die Honigernte entfällt in diesem ersten Jahr mit dem Ableger. Das Frühjahr vor dem Kauf reicht, das Wissen zu erwerben, einen Ableger heil über Sommer und ersten Winter zu bringen (siehe Imkerliche Praxis, dort, April/Mai). Bis zum Frühjahr des kommenden Jahres bleibt Ihnen Zeit, die nötigen Kenntnisse zu vervollständigen. Denn dann, mit steigender Volksstärke, müssen Sie wissen, wie Sie erweitern, den Schwarm verhindern, Ableger bilden, Honig ernten und verarbeiten.
Die einzig, etwas schwierigere Aufgabe des ersten Jahres ist die Varroa-Bekämpfung in Spätsommer (August) und Frühwinter. Holen Sie sich dazu Hilfe oder lassen Sie sich beraten.
Vermutlich sind Sie ein Mensch, der mit Interesse wahrnimmt, was in der Natur zu beobachten ist.
Vermutlich fasziniert sie schon länger, was sie über Bienen wissen und gesehen haben.
Vermutlich stellen Sie sich vor, dass der Umgang mit Bienen für Sie eine befriedigende Beschäftigung in Ihrer Freizeit sein könnte.
Vermutlich sollte diese Freizeitbeschäftigung in einem guten zeitlichen Verhältnis zu Ihren übrigen Gepflogenheiten stehen.
Neben der Notwendigkeit, frei von Bienengiftallergie zu sein, stellt sich die Frage, wie viel Kraft Sie mitbringen. Im Normalfall sollten Sie in der Lage sein, um die 25 bis 30 kg heben zu können, auch aus ungünstigen Winkeln und Höhen (Brusthöhe z. B.).
Wer sich das nicht zutraut, muss genau überlegen, welche Bienenwohnung angeschafft wird. Es gibt aber durchaus Lösungen, die weniger Kraftaufwand erfordern.
Ohne die Arbeitszeit zu rechnen, wird man ab 5 bis 10 Völkern wirtschaftlich arbeiten können.
Nebenerwerbsimker: 25 bis 30 Völker
Berufsimker: mehrere 100 Völker vonnöten
Berufsgenossenschaft: Ab 25 Völkern müssen Sie der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft beitreten (kostenpflichtig).
Steuern: Die Finanzbehörden gehen davon aus, dass erst ab einer Anzahl von mehr als 70 Völkern Gewinne zu erzielen sind. Bei mehr als 29 Völkern bitte Rat einholen, ob hier Steuern zu entrichten sind.
Handwerkszeug: |
Angabe in Euro (€) |
Smoker (Rauchgeber) |
45 |
Stockmeißel |
8 |
Imkerbesen, Gänseflügel ist besser |
4 |
Schutzkleidung |
50 |
Kosten je Volk: |
|
Beute, komplett mit Boden, 4 Zargen, Deckel, Absperrgitter, verzinkte Blechhaube, Keil, Rähmchen (40 Stück) Windel, Kleinzeug |
200 |
Rähmchenstückpreis: 0,50 bis 0,90 |
|
Futtergeschirr, Bienenflucht |
20 |
Spanngurt |
10 |
Futter: Zucker, Teig, Sirup, 15 bis 20 kg |
15 |
Behandlungsmittel ad us. vet., gegen Varroa |
10 |
1 Bienenvolk, je nach Größe kostet |
Schenkung |
für Honigernte: |
|
Schleuder |
500 gebraucht |
Entdeckelungsgeschirr, Gabel oder Messer |
50 |
Honigdoppelsieb und Spitzsieb |
40 |
2 x 25 kg Honigeimer, lebensmitteltauglich |
10 |
Tabelle verändert nach Aumeier, 2009